Steuern zahlen in der Schweiz

Klar, auch der Schweizer Staat muss seine Aufgaben finanzieren und dazu erhebt er Steuern. Doch es gibt ein paar signifikante Unterschiede im Vergleich zum Steuern zahlen in Deutschland. In diesem Artikel erfährst du welche.

Quellensteuer

Kommst du frisch in die Schweiz, dann hast du steuerlich erstmal einen Sonderstatus. Es dauert in der Regel 5 Jahre, bis du die sogenannte Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) erhältst. So lange zahlst du Quellensteuer. Die Quellensteuer wird monatlich von deinem Arbeitgeber eingezogen und abgeführt. Das fühlt sich dann an wie Steuern zahlen in Deutschland.

Eine Steuererklärung „Light“ kannst du machen und gewisse Dinge abziehen. Zum Beispiel die Säule 3a. Säule 3a ist ein zusätzliches Sparen fürs Altersguthaben. Man kann 3a Konten bei allen Banken und teilweises anderen Instituten abschliessen, zahlt darin etwas ein und kann bis zu einem Höchstbetrag (derzeit knapp CHF 7000 pro Jahr) das steuerlich mindernd geltend machen. Du hast aber nicht die Abzugsmöglichkeiten wie bei der regulären Steuer.

Steuern zahlen in der Schweiz?

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Wie fast alles ist auch die Quellensteuer von Kanton zu Kanton verschieden.

Regulär steuern zahlen

Sobald du die Niederlassungbewilligung hast, bist du auch regulär steuerpflichtig. Es gibt eine Stadt-, Kanton- und eine Bundessteuer. Die Bundessteuer ist ein sehr kleiner Anteil (bei mir aktuell ca. 5 %).

Die Staatssteuer erhebt der Kanton. Sie beträgt bei mir rund 60%.

Der Rest ist die Gemeindesteuer (also ca. 35%). Natürlich ist die Staatssteuer von Kanton zu Kanton verschieden. Die Gemeindesteuer ebenso von Gemeinde zu Gemeinde. Je nach Einkommen kann es sich also lohnen, zu überlegen, wo man seinen Wohnsitz bezieht.

Die Steuer hängt natürlich auch noch von der Höhe des Einkommens ab. Ähnlich wie in Deutschland hat auch der Zivilstand und Kinder einen Einfluss. Es gibt auch eine Progression. Gerüchteweise können Superreiche in einigen Kantonen über ihre Steuer verhandeln, hierfür finden sich aber praktisch keine offiziellen Quellen.

Aber auch bei der regulären Steuer gibt es grosse Unterschiede. Laut dem Artikel „Der Kanton Zug ist das Schweizer Steuerparadies“ zahlte 2018 eine verheiratete Person mit zwei Kindern in Zug bei einem Einkommen von 80 000 Franken eine Steuer von 354 Franken und in Neuchatel 5888 Franken.

Krass, oder?

Hier an meinem Wohnort im Kanton Baselland, liegt man ungefähr in der Mitte. Im Vergleich zu Deutschland zahle ich hier eher weniger Steuern.

Zahlung der Steuer

Die reguläre Steuer zahlt man jährlich. Vom Arbeitgeber wird da nichts abgeführt. Die ganze Verantwortung liegt also bei dir. Das fühlt sich am Anfang sehr komisch an. Man bekommt die Aufforderung zu einer Vorauszahlung. Immerhin wird der Betrag in der Regel etwas besser als auf der Bank verzinst. Wer Schwierigkeiten hat, Geld auf die Seite zu legen, macht sich am Besten für die Steuer ein separates Konto und überweist monatlich einen entsprechenden Betrag.

Steuererklärung

Die Steuererklärung kann man mit einer Software machen, die man gratis beim Kanton herunterladen kann. Das ist sehr praktisch und funktioniert ähnlich wie bei den aus Deutschland bekannten Steuerprogrammen. Solange man nicht den Kanton wechselt, kann man jedes Jahr seine Stammdaten aus dem Vorjahr wieder einlesen.

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Software für die Steuererklärung in der Schweiz

Blöd ist nur, dass man bei einem Kantonswechsel immer wieder alles neu einlesen muss, obwohl es so aussieht, als käme die Software immer vom gleichen Anbieter.

Was du bei der Steuererklärung steuermindernd gelten machen kannst, ist auch mal wieder von Kanton zu Kanton verschieden. Zum Beispiel kann ich hier im Kanton Baselland selbst getragene Arztkosten (es gibt einen Selbstbehalt sowie keine Erstattung für den Zahnarzt) abziehen. In Basel-Stadt konnte ich das nicht.

Fazit Steuern in der Schweiz

Als ich meine erste Stelle in der Schweiz angetreten habe ich mir das durchgerechnet. In Deutschland hätte ich deutlich mehr Steuern gezahlt und von daher rechnete es sich knapp in die Schweiz zu ziehen. Mieten direkt an der Grenze sind in Deutschland auch vergleichsweise hoch.

Bisher wohnte ich im Kanton Aargau, Basel-Stadt und Baselland. Das grobe Niveau war überall ähnlich, wobei ich im Moment hier am wenigsten zahle.

Persönlich würde ich einen Umzug in die Schweiz nicht nur von der Steuer abhängig mache. Nicht unwichtig finde ich, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat oder zu haben gedenkt. Der Schwarzwald war bei mir aber definitiv zu weit weg, um ernsthaft ans Pendeln als Grenzgänger zu denken.

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