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12 Dinge, die ich an der Schweiz liebe

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Die Schweiz ist wirklich toll. In diesem Beitrag zeige ich die 12 Dinge, die ich hier in der Schweiz richtig Klasse finde.

1. Direkte Demokratie

Die direkte Demokratie finde ich eine tolle Sache. Auch wenn ich selber nicht mitmachen darf.

Zusätzlich zum Wahl- und Stimmrecht dürfen die Schweizer  Bürgerinnen und Bürger , ihre Forderungen mit Hilfe von einer Volksinitiative, einem fakultativen oder einem obligatorischen Referendum zum Ausdruck bringen.

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Direkte Demokratie in der Schweiz

Volksinitiative

Für eine Volksinitiative müssen innerhalb von 18 Monaten 100’000 Unterschriften gesammelt werden. Die Behörden können aber einen Gegenvorschlag machen und diesen zur Abstimmung vorschlagen.

Fakultatives Referendum

Beim fakultativen Referendum kann über ein Gesetz, das von der Bundesversammlung verabschiedet worden ist, abgestimmt werden. Für das fakultative Referndum müssen innerhalb von 100 Tagen nach Veröffentlichung des Gesetzestextes 50’000 Unterschriften gesammelt werden.

Obligatorisches Referendum

Verfassungsänderungen oder der Beitritt zu gewissen internationalen Organisationen bedürfen dem Obligatorischen Referendum. Sie müssen also in jedem Fall dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden.

2. Berge und Sehen

Einfach klasse in der Schweiz: Die grandiose Landschaft. Es hat tolle Berge, tolle Seen und dass in einem eigentlich so kleinen Land.

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Abendstimmung im Jura
Schöne Schweiz
Auf einer Winterwanderung
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Bieler See

3. Öffentlicher Verkehr in der Schweiz

Mittlerweile fahre ich sehr gerne und viel mit dem ÖV. Denn: Der öffentliche Verkehr funktioniert in der Schweiz. In Basel selber mit Taktraten von 7 Minuten, aber selbst in ländlicheren Gebieten kommt man problemlos von A nach B. Der Schweizer an sich wird schon nervös, wenn ein Zug mal 2 Minuten Verspätung hat. Ein Traum für jemand, der die Zustände in Deutschland gewöhnt ist.

Billig ist der Spass zwar nicht. Aber mit dem Halbtax, dass er deutschen Bahncard 50 entspricht, wird das zahlbar. Ausserdem gibt es auch in der Schweiz Sparpreise. Wenn man also weiss, wann man genau fahren will, erhält man via App einen umso günstigeren Preis, je früher man bucht.

Zudem gibt es auch Tageskarten, die entsprechend umso günstiger sind, je früher man sie bucht. Tageskarten werden auch in begrenzter Stückzahl von den meisten Gemeinden vermietet.

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Hat auch mal Vorfahrt vor den Autos: Öffentlicher Verkehr in der Schweiz

4. Internetabdeckung über Mobilfunk

Hier hat man beinahe überall vernünftigen Empfang. Es gibt auch in der Schweiz mehrere Anbieter: Swisscom, Salt und Sunrise. Trotzdem ist der Empfang zumeist so gut, dass man problemlos im Internet surfen kann.

Damit macht dann ÖV besonders Spass.

5. Volg

Die Volg Konsumwaren AG beliefert rund 930 kleinflächige Lebensmittel-Läden und über 580 Volg-Läden. Und gerade die kleinen Volg-Läden haben es mir schon angetan. Sie sind vorwiegend in kleineren Ortschaften, die sonst keine Läden haben. Die Schweiz leistet sich hier den Tante Emma Laden, den viele kleine Ortschaften in Deutschland so schmerzlich vermissen. Teilweise sind die Läden aber auch schon so gross, dass man sich gut damit versorgen kann.

Die Preise sind schweizmässig eher hoch. Es gibt jedoch auch vergleichsweise günstige Eigenmarken, mit denen man sich über Wasser halten können sollte.

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Gibt sich gerne auch mal dörflich – einfach: Volg

Volg

Damit du jetzt nichts falsches denkst. Dieser Artikel ist vom Volg weder gesponsert noch stehe ich mit denen in irgendeinem Verhältnis. Mir gefällt einfach das Prinzip dahinter, auch in Dörfer noch Einkaufsmöglichkeiten anzubieten.

6. Schweizer Schokolade

Ich bin leider total süchtig danach: Schokolade. Abstinenz fällt bei der Auswahl hier wirklich schwer.

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Auch im kleinen Laden: Riesenangebot an Schweizer Schokolade

7. Schweizer Käse und Käsfondue

Auch wenn ich mich überwiegend vegan ernähre, komme ich um den schweizer Käse nicht herum. Gerade die herzhaft würzigen Sorten haben es mir sehr angetan.

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In praktisch jedem Laden: Käse ohne Ende…

8. Recycling in der Schweiz

Nix gelber Sack, trotzdem wird auch in der Schweiz fleissig recycelt. In jedem Ort hat es stets offene Annahmestellen, wo man Glas, Aluminium und Blech abgeben kann. Bei den Läden kann man PET-Flaschen und andere Plastikflaschen sowie Batterien abgeben kann. In vielen Wohngemeinden gibt es eine Papiertonne bei jedem Haushalt. Ausserdem gibt es mindestens eine Annahmestelle für übrige Wertstoffe. Es geht also auch ohne nervige gelbe Säcke, die ständig reissen.

Sehr wichtig natürlich, dass man alles ordentlich vorsortiert. Das ist auch ein bisschen Schweizer Art! An meinem ersten Wohnsitz – mitten auf dem Land – war ich sehr erstaunt, dass zum Wertstoffhof alle Schweizer Ihre Zeitungen fein säuberlich gebündelt und verschnürt anbrachten. Ich kam mir  mit meiner Kiste, in der ich einfach alles Papier reingeschmissen hatte, fehlt am Platz und auch sehr kritisch beobachtet vor. Hier in Basel-Stadt und Basel-Land ist es jedoch egal, da man eine eigene Papiertonne hat, in der Papier und Karton gesammelt wird.

Das der Schweizer auch mal gerne ein bisschen den Zeigefinger hebt, siehst du in diesem Video. In der Praxis ist es aber nicht so schlimm, wie man denken könnte.

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9. Die Autobahnvignette

Wieso zähle ich die Autobahnvignette auf? Auch wenn sie der Tourist, der nur im Transit durch die Schweiz fährt, hasst, finde ich sie toll.

Wenn man sich überlegt, was für einen Aufwand man bei den Autobahngebühren mit Toll-Collect betreibt. Riesen-Ausgaben für das System, komplizierte Abrechnung. Hier in der Schweiz: 40 Franken hinlegen (das sind ca. 38 Euro), Aufkleber aufkleben und ein Jahr die Schweizer Autobahnen nutzen. Und die Autobahnen taugen hier was, auch wenn man nur 120 fahren darf.

Klar ist das ärgerlich, da es keine Möglichkeit gibt, für weniger als ein Jahr zu zahlen. Aber sei mal fair und vergleich das mal mit ein paar Autobahnkilometer in Frankreich. In die Provence hin und zurück bin ich vor Jahren auch schon 40 Euro an Gebühr los geworden.

10. Mietwohnung mit Küche

Alle schweizer Küchen haben eine Küche eingebaut. Die gehört fix zur Wohnung. Ich finde das gut, denn mich hat dieses ewige Hin- und Her in Deutschland mit dem Vormieter oder Abbauen der Küche bei jedem Umzug extrem genervt.

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Küche in meiner ersten Schweizer Mietwohnung

11. Die Waschküche und der Waschtag

Hier habe ich und meine Freundin lange diskutiert, ob das in die Liste mit positiven oder negativen Dinge soll. Man hat normalerweise keine eigene Waschmaschine, sondern einen gemeinsamen Waschkeller. Das hat ganz klar den Vorteil, dass man die blöde Waschmaschine nicht mit umziehen (der Schweizer sagt „zügeln“) muss.

Geregelt wird die Nutzung durch einen Waschtag. Das ist eine feine Sache. In manchen Mietwohnungen wird dieser jedoch nicht eingehalten. Ja nach Verhältnis Anzahl Wohnungen zu Anzahl Waschmaschinen sind die Tage oft gerade für Familien mit Kindern zu selten.

Und so ist der Waschtag oft auch Quelle von vielen Konflikten in einer Mietwohnung.

12. Die Steuern

Die Steuerlast ist deutlich geringer als in Deutschland. Schaut man sich an, wie gut hier die Infrastruktur überall in Schuss ist,  ist das für mich so nicht wirklich nachvollziehbar.

13. Die Löhne in der Schweiz

Ich habe lange überlegt, ob ich die Löhne hier mit reinnehmen soll. Schaut man sich die reine Lohnsumme an, dann kann man hier schon verdammt viel Geld machen. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten deutlich höher als in Deutschland. Das geht vom Krankenkassenbeitrag los, der vollständig vom Arbeitnehmer zu zahlen ist, über die teueren Mietwohnungen (720 Franken für eine 1-Zimmer-Wohnung ohne Balkon, 1600 Franken für eine 3-Zimmer-Wohnung) bis zu wesentlich höheren Preisen für Dinge des täglichen Bedarfs.

Trotzdem finde ich, ist es eine tolle Sache, dass gerade auch die Berufsgruppen Sozial und Pflege, die eine so grosse Verantwortung tragen müssen, im Verhältnis besser entlohnt werden, als in Deutschland.

Schränkt man sich etwas ein und pflegt man einen etwas bescheideneren Lebensstil, kann man selbst als Alleinstehender Teilzeit arbeiten.

Und die Leute?

Was ist mit den Leuten hier? Warum stehen die nicht mit drauf? Ganz einfach: Ich tue mich schwer mit Verallgemeinerungen. Auch in Deutschland gibt es tolle Menschen, verschlossene Menschen, Arschlöcher und Rassisten.

Ich habe in der Schweiz inzwischen viele ganz tolle Menschen kennen gelernt. Das ist hier in der Nähe von Basel aber auch deutlich einfacher, als auf dem Land in der Schweiz. Aber ehrlich: In Deutschland auf dem Dorf braucht auch lange, bis man nicht mehr der Ausländer ist.

Es gibt sicherlich auch so was wie typische Schweizer Eigenheiten. Man mag hier zum Beispiel eher etwas zurückhaltender sein. Im Vergleich zu den Schweizern sind „wir“ Deutsche wohl schon eher direkter. Das wirkt machmal auf die Schweizer erstmal irritierend und arrogant. Durch direktes Ansprechen lässt sich das aber oft auch umgehen. Generell kann man durch etwas eigene Achtsamkeit und Nachfragen meistens wieder in die richtigen Bahnen bringen.

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